Über mich
Elektronik habe ich in der Schule gelernt — verstanden habe ich sie erst, als ich etwas damit bauen konnte.
Ich bin Philipp Horwath, alle sagen Fil. Ich baue Spiele, interaktive Objekte und Licht — aus einer Werkstatt in Vasoldsberg bei Graz.


Wie es dazu kam
Angefangen hat es mit Elektronik und Nachrichtentechnik an der HTL St. Pölten. Schaltungen, Bauteile, Messgeräte — und ehrlich gesagt hat mich das damals wenig gepackt.
Danach Hagenberg: Medientechnik, dann der Master. Im selben Jahr, in dem ich fertig war, habe ich mich selbstständig gemacht. Zuerst Apps, dann Websites, dann immer größere Projekte. Also lange Zeit Software, während die Elektronik im Regal lag.
Interessant wurde sie erst, als ich damit etwas bauen konnte, das jemand in die Hand nimmt. Nicht die Schaltung war der Punkt, sondern was am Ende davorsteht und leuchtet, piepst oder sich bewegt.
Heute steckt beides im selben Gerät: die Elektronik von damals, fast zwanzig Jahre Software — und das Studium, das eigentlich immer schon in diese Richtung ging.
Warum drei Welten eine sind
Von außen sieht es nach drei Berufen aus: Spiele, Elektronik, Licht. Von innen ist es einer.
Ein Automat, der auf einen Knopfdruck reagiert, braucht ein Gehäuse, eine Platine, eine Regel und einen Bildschirm. Wer nur eines davon kann, braucht drei Firmen und jemanden, der zwischen ihnen vermittelt.
Ich brauche einen Nachmittag, bis etwas auf dem Tisch liegt: eine Skizze, ein Modell aus Teilen, die schon dastehen — oder, am liebsten, etwas Ähnliches, das ich schon einmal gebaut habe.
Das ist kein Argument für Vielseitigkeit. Es ist eines für Geschwindigkeit.
Wie ein Projekt läuft
- Wir reden über den Anlass, nicht über die Technik.Was soll jemand eine Woche später noch wissen?
- Ich baue das kleinste Ding, das die Frage beantwortet.Oft aus Teilen, die schon dastehen.
- Wir stellen jemanden davor.Nicht Kolleginnen und Kollegen — Menschen, die es nicht gebaut haben.
- Erst dann entsteht, was bleibt.
Der Grund für diese Reihenfolge ist unspektakulär: Bei Dingen zum Mitmachen lässt sich vorher nicht sagen, ob sie funktionieren. Man kann es nur ausprobieren.
Mit wem
Ich arbeite allein, aber nicht isoliert.
Wenn eine Konstruktion halten muss, geht sie zu Simon von 3D Druck Graz. Ein Halter, der bei mir gerade so hält, hält bei ihm dauerhaft. Für Bühne und Veranstaltungstechnik gibt es Menschen, die ich anrufe.
Für Auftraggeber heißt das: eine Ansprechperson, aber kein Ein-Personen-Risiko.
Neugier
2022 bin ich nach San Salvador geflogen, um einen Geldautomaten auszuprobieren, an dem man Bitcoin bekommt. Ich wollte sehen, wie es aussieht, wenn eine Technologie plötzlich im Alltag steht und Leute davorstehen und drücken.
Aus derselben Neugier sind später Jahrmarktautomaten für eine Konferenz entstanden, ein Bezahlmodul im Ärmel eines Pullovers und ein Workshop, in dem ein Süßigkeitenautomat umgebaut wurde, bis Kinder ihn mit dem Telefon bedienen konnten.
Nicht, weil ich mich auf ein Zahlungsverfahren spezialisiert hätte. Sondern weil dort gerade Dinge gebaut wurden, die man angreifen kann.
Die Werkstatt

Wer sein Werkzeug selbst bauen kann, wartet nicht darauf, dass jemand es verkauft. Ungefähr so entstehen hier auch die Projekte.